Politisches und Zukünftiges

Von November 2014 bis März 2017 habe ich mich beim Aktionsbündnis “Tiere gehören zum Circus” aktiv eingebracht. Die Erstellung eines Newsletters für Amtstierärzte und Zoodirektoren haben ebenso zu meinen Aufgaben gehört wie das Verfassen von Essays und Mitteilungen für die sozialen Medien, die Politik sowie die Presse. Anders als das Buch oder die Beiträge für "Zoo Grapevine & International Zoo News" ist dieses Engagement insbesondere politischer Natur gewesen. Es ist primär um eine Art Brandherdbekämpfung gegangen. Zukünftig werde ich mich schwerpunktmäßig mit der Haltung aquatischer Raubtiere in stationären Einrichtungen auseinandersetzen. Dabei wird die Frage nach den zoologischen Grundlagen einer Wildtierdressur mit einem (zoologisch authentischen) ästhetischen Anspruch im Mittelpunkt stehen. Das Innovationspotential renommierter Großozeanarien dient im Zuge dessen als Anknüpfungspunkt.



Überträgt man dieses Modell auf den Zirkus, so kann festgehalten werden:

Will der Zirkus als Kulturinstitution überleben, so wird er dringend von einer Art anti-bürgerlichen Feudalkultur auf Star Wars umschalten müssen. Das wird nicht ohne gesellschaftspolitische Unterstützung vonstatten gehen können. Insbesondere grün angehauchte Pädagogen meinen ja zu wissen, wie wichtig es ist, dass Menschen sich im positiven Sinne vor allem dann weiterentwickeln, wenn sie nicht ständig denunziert, marginalisiert, zusammengeritten und niedergebrüllt werden. Das möchte ich an dieser Stelle auch noch einmal ganz ausdrücklich für alle Personen-gruppen in Anspruch nehmen, die ihr Leben nicht am Ideal des grünen Christen orientieren.

Es kann aber ebensowenig ignoriert werden, dass der Zirkus gut daran täte, endlich aus der Rolle des sterbenden Schwans herauszutreten, um im solidarischen (und kritikfähigen) Miteinander mit Lichtgeschwindigkeit den Sprung an das andere Ende der Galaxis zu wagen. In politischer Hinsicht hat er mit der Gründung des VDCU einen ersten wichtigen Schritt in diese Richtung getan einschließlich erster Erfolge. Auch tierhalterisch muss das Rad zumindest nicht neu erfunden werden. Zuweilen frage ich mich sogar, ob zu Zeiten von Bernhard Grzimek, Heini Hediger und Dieter Dittmann wir hier nicht einmal weiter gewesen sind als heute - im Zeitalter der vielen Tierflüsterer.

An dieses gegenseitige und befruchtende Miteinander von Wissenschaft, Zoo und Zirkus wäre anzuknüpfen - im Kontext des heutigen Wissensstandes und mit dem Ziel diesen zu erweitern.

Karen Pryor hatte einst in dem von ihr und ihrem Mann gegründeten Sea Life Park auf Oahu vorgemacht, wie ein zukunftsweisender Weg in Fragen der Wildtierhaltung, v. a. des Trainings, aussehen kann. Bis heute gilt ihr Buch “Lads Before the Wind: Diary of a Dolphin Trainer” als Standardwerk für angehende Meeressäuger-Trainer. Bis zum Sea Life Park der Zirkustierhaltung ist es noch ein weiter Weg, wenngleich der Einfallsreichtum der Familie Spindler in Sachen Exotenunterbringung vielversprechend ist. Diesem Beispiel wäre an anderer Stelle zu folgen.

Die Texte aus der Zeit meines Engagements beim Aktionsbündnis finden Sie unter den folgenden Links:

www.tiere-gehoeren-zum-circus.de/newsletter_vet.htm

www.tiere-gehoeren-zum-circus.de/publikationen.htm

www.tiere-gehoeren-zum-circus.de/huffingtonpost.htm